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„Die Kastelruther Spatzen sind mehr Rock´ n Roll“ als manch anderer Rocker!“
Philipp Burger nahm sich vor dem Konzert in Regensburg am 03.November noch die Zeit für ein kurzes Interview für neuneins.de. Der sympathische Frei.Wild Sänger zeigte sich dabei ganz von seiner privaten Seite und plauderte ein bisschen aus den Nähkästchen:
neuneins.de: Das aktuelle Album auf dem Weg nach oben, die Tournee schon fast ausverkauft – ist soviel Erfolg auf Dauer nicht unheimlich?
Philipp Burger: Doch ganz klar es ist uns unheimlich, aber es ist ein schönes unheimliches Gefühl.
neuneins.de: Euer neuestes Werk war ja relativ schnell im Kasten. Hattet ihr noch soviel Material in Petto oder waren das alles Neue Sachen?
Philipp Burger: Es waren schon alles neue Sachen, klar, aber zwei Jahre fast wöchentlich im Studio zu sein finde ich keine kurze Zeit.
(Nach dem Einwurf von neuneins.de: „Es gibt Bands die brauchen 8-10 Jahre für ein Album“) Ich denke nicht dass wir 10 Jahre bis zum nächsten Album warten, wir sind da schon etwas von der fleißigeren Art. Es macht ja auch Spaß und es ist für uns nicht Arbeit sondern ein Hobby, das ist das Schöne.
neuneins.de: Wodurch werdet ihr zu euren Songs inspiriert? Reift ihr mit euren Liedern mit?
Philipp Burger: Ich sag es mal so, wir waren schon immer reif (lacht), aber ich stelle schon fest das man Sachen von Jahr zu Jahr aus anderen Perspektiven sieht. Ich glaube bei dem Album sind wir persönlicher denn je an die Sache ran gegangen. Es sind schon immer Songs aus dem Leben gewesen, aber wir haben da Themen angesprochen, die wir so von anderen Rockbands noch nicht unbedingt kennen.
neuneins.de: Wie kam ihr auf den Albumtitel „Feinde deiner Feinde“?
Philipp Burger: Es geht darum, dass „Feinde deiner Feinde“ eine klare Aussage trifft, so wie auch das Album. Und ich denke jeder einzelne Song kann Freund oder Feind sein bzw., um auf den Titel einzugehen, das das Charaktereigenschaften sind, die man hat. Es gibt z.B. das Wort „Angst“, das jeder kennt. Wenn man es aber falsch interpretiert, kann es etwas Schlechtes sein und dieser Spielraum zwischen „Feinde deiner Feinde“ macht den Sinn des Ganzen aus. Der Titel stand eigentlich direkt nach „Gegengift“ da.
neuneins.de: Wenn euch noch jemand nicht kennt, welche Titel von der neuen CD würdet ihr dieser Person empfehlen, die typisch für Frei Wild sind?
Philipp Burger: Ich denke „Wer nichts weiß wird alles glauben“ ist ein sehr typisches Frei. Wild Lied und ansonsten auch „Wer weniger schläft ist länger wach“ und „Mach dich auf“, Das sind Songs, mit denen du viele Leute erreichen kannst. Und wir haben bewusst Titel gewählt, die jetzt nicht so direkt typisch Frei.Wild sind, aber ich denke trotzdem das der Fan, oder die Leute die Frei Wild hören, merken, das es genau darauf ankommt. Das wir als Band einen Stil angenommen haben der zwar für Frei Wild untypisch ist, aber trotzdem unsere Note beinhaltet.
neuneins.de: Ist schon entschieden, was aus den mitgeschnittenen Konzertaufnahmen werden soll?
Philipp Burger: Ja,der Trend geht ganz klar in die Re – Edition Geschichte. Die Leute haben so abgestimmt und wir sehen das genauso. Bei jeder Tour, die wir gespielt haben, haben wir mitgefilmt. Letztes Jahr haben wir zwei DVD´s veröffentlicht – ich kenne keine Band die zwei DVD´s im Jahr raus bringt. Es ist jetzt mehr als ein Jahr rum und das wäre ja dann schon die dritte DVD, sprich „Feinde deiner Feinde“ mit dem ganzen Video Content dazu und den restlichen Songs – wir haben ja 32 Songs + 2 neue also 34 Songs veröffentlicht – die wir seid „Gegengift“ aufgenommen haben. Darum wollen wir das Ganze erneut mit diesem geilen Beiwerk – denn es sind geniale Bilder geworden!
neuneins.de: Wie geht es nach der X-Mas Tour weiter? Gibt es für Frei.Wild dann auch mal eine Pause?
Philipp Burger: Wir machen dieses Jahr zum ersten Mal einen Frei.Wild Familien Skiausflug am Gletscher für 3 oder 4 Tage.
neuneins.de: Viele Fans denken mittlerweile dass euch der Erfolg zu Kopf gestiegen ist. Was sagt ihr zu der Aussage?
Philipp Burger: Ich kann dazu nur sagen, dann müssen die Leute auch sagen warum das so erscheint, weil ich glaube mehr als Frei.Wild Fannähe zeigt und beweist geht gar nicht. Und das nicht nur weil man es muss, sondern weil man es gerne macht! Unabhängig davon waren wir auf dem Schiff die Letzen (Frei.Wild Supporter Club Aktion, Anm. von neuneins.de) die runter gegangen sind und ziemlich die Ersten die oben waren. Wir machen bei jedem Konzert ein Meet & Greet und wir nehmen uns jedem an, der sich an die Band wendet an. Im Endeffekt kann ich mir das nicht erklären dann muss ich sagen: „Wenn man Behauptungen aufstellt, muss ich auch Argumente bringen!“
neuneins.de: Wie kam es zu der Benefizsingle „Tausend Meilen, tausend Worte“? Hat sie den erhofften Erfolg gebracht? Engagiert ihr euch sonst für soziale Projekte?
Philipp Burger: Es kam daher, dass wir natürlich einige Künstler im Backstagebereich kennengelernt haben und darauf einfach Lust hatten, so in der Art „Lasst und doch mal was gemeinsames machen“. Der Song vereinte sich gut mit dem Text und der Erlös wurde dem Kinderdorf gespendet. Es ging dabei nicht um den kommerziellen Erfolg oder sonst was. Zum einen ist es schön ein Gemeinschaftsprojekt zu erstellen, zum anderen ist es nur die logische Folge, denn wie will man unter 10 Künstlern die Kohle aufteilen? Da wir die Single als Band schon vorfinanziert hatten, bevor sie schon verkauft wurde, konnten wir insgesamt 4000€ ans Kinderdorf übergeben. Die sind damit ein Wochenende mit den Kindern an den Gardasee gefahren und haben da das Gardaland usw. besucht. Für uns ist das der größte Erfolg gewesen. Vom kommerziellen Erfolg braucht man dabei gar nicht erst reden wenn man an die Spesen denkt, wenn 10 Leute da ins Studio rennen. Aber es ging ja nicht darum, sondern das es eine geile Aktion war, die Spaß gemacht hat und im Endeffekt den Kinder eine Freude bereitete.
neuneins.de: Wollt ihr noch des Öfteren solche Aktionen machen?
Philipp Burger: Das kann ich jetzt nicht sagen, aber warum nicht? Es hat Spaß gemacht, aber es geht wirklich um den Faktor Zeit.
neuneins.de: Hat sich Norbert Rier nicht fremd gefühlt unter den ganzen Rockern?
Philipp Burger. Ich muss ungelogen sagen, dass ich glaube, das ich nicht falsch liege, wenn ich behaupte, dass jeder von den Kastelruther Spatzen mehr Rock´n Roll ist als fast alle anderen die sich Rock ´n Roller nennen. Und das ist so. Wenn ihr die persönlichen kennen würdet, das ist ne´ reine Rock´n Roll Band, nur spielen sie halt keinen. Auf jeden Fall ein sehr netter Haufen.
neuneins.de: Ein paar Abschlussworte an eure Fans?
Philipp Burer: Bleibt wie ihr seid. Merkt euch und zeigt Flagge, das ist wichtig und denkt daran wir machen wirklich die Musik nicht nur für uns alleine sondern für die ganze Gemeinschaft. Wir sehen uns nicht als Band aus vier Leuten, sondern als Band einer Gemeinschaft, die sich Frei.Wild nennt!