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Mit OVERKILL, DESTRUCTION, HEATHEN, AFTER ALL
Auch wenn Thrash Metal ein Revival-Hoch erlebt, hätte ich eigentlich gedacht, dass die Musichall eine Nummer zu groß für dieses Package wäre. Jedoch durfte ich eines Besseren belehrt werden, denn ca. 900 Besucher fanden den Weg nach Geiselwind um einen, mit ein paar Abstrichen, geilen Old School Abend beizuwohnen.

AFTER ALL

AFTER ALL


Als ersten durften AFTER ALL ran, die auch schon seit 24 Jahren existieren und bereits 9 Platten vorweisen können. Hoch motiviert boten die Belgier eine ordentliche Leistung. Spielerisch versiert und voller Elan zockte die Band ihre knackigen, kurzen Songs herunter. Durch das sympathische Auftreten, und durch die professionelle Darbietung des Songsmaterials konnten sie einen Großteil der Leute begeistern und überzeugen, auch wenn die meisten mit den Stücken nicht vertraut gewesen sein durften. AFTER ALL wurden nach ca. 30 Minuten mit verdientem Applaus verabschiedet.

Setlist AFTER ALL:

My Own Sacrifice
Devastation Done
End of Your World
Becoming The Martyr
Demolition Course
Betrayed by the Gods
Timeless Machine

HEATHEN

HEATHEN


Mit der Comeback-Scheibe „The Evolution Of Chaos“ zeigten HEATHEN letztes Jahr was eine richtige geile Bay Area Thrash-Harke ist! Auch Live-technisch war die Band gut unterwegs die letzte Zeit und man durfte gespannt sein, ob schon Abnutzungserscheinungen zu vermerken wären, oder ob die Jungs noch richtig Feuer unterm Arsch haben! Das zweite war zum Glück der Fall an diesem Abend!
In der halbe zur Verfügung stehende Stunde zündeten die Mannen um Gitarrist Lee Altus (auch bei EXODUS für die 6-Seitige zuständig) ein Thrash-Feuerwerk der Extraklasse ab, das sich gewaschen hatte. Von wahrer Spielfreude gezeichnet boten die Amis eine unglaubliche straighte, mitreißende Show, die aber lediglich über nur 4 Songs andauerte. Die Abstimmung aller beteiligten Musiker untereinander war erstaunlich präzise und die kompakte erzeugte Soundwalze lies keinen Stein auf den anderen…einfach genial! Warum man sich ausschließlich auf neuere Aufnahmen einschränkte und auch das überlange, jedoch sehr geile, 11-minutige „No Stone Unturned“ zockte, statt 2 ältere Stücke zu spielen entzieht sich leider meiner Kenntnis. Na ja, auf jeden Fall war keiner enttäuscht und viele der Anwesenden, die HEATHEN nicht gekannt haben dürften, positiv überrascht!

Setlist HEATHEN:

Dying Season
Control By Chaos
Arrows Of Agony
No Stone Unturned

DESTRUCTION

DESTRUCTION


Ganz anders verhielt es sich bei den Co-Headliner (wenn man so will) von DESTRUCTION! Auch wenn viele Anhänger der Teutonen-Thrash-Urgesteine es anders sahen, in Vergleich zu HEATHEN war das was man zu sehen und zu hören bekam einfach zu eintönig und teils richtig langweilig. Musikalisch vermisste man Dynamik, richtig gute Hooklines, coole Solos und wiedererkennungswerte „Melodien“. Alles plätscherte mehr oder weniger so dahin, ohne für wirkliche Highlights zu sorgen. Selbst Klassiker wie „Mad Butcher“ oder „Bestial Invasion“ konnten nur partiell zünden. Nicht nur regte sich wenig im Publikum, es kam noch dazu, dass der Sound ziemlich matschig aus den Boxen dröhnte, weshalb Boss Schmier gleich zwei Gründen hatte um ziemlich angesäuert zu sein. Allgemein hatte man die Jungs schon besser und mitreißender erlebt!

Setlist DESTRUCTION:

Curse The Gods
Mad Butcher
Armageddonizer
Tears Of Blood
Thrash Till Death
Devolution
Bestial Invasion
Soul Collector
Hate Is My Fuel
Nailed To The Cross
The Butcher Strikes Back

OVERKILL

OVERKILL


Wie auch immer, die Mehrheit der Anwesenden war eh wegen der New Yorker Legende OVERKILL da…und diese wurde auch nicht enttäuscht! Mit einem „How ya doing Geiselwind?“ eröffneten OVERKILL ihre Show, um dem Publikum auch gleich großartige Songs wie das neue „The Green and The Black“, und die unverwüstlichen „Rotten To The Core“ und „Wrecking Crew um die Ohren zu hauen. Von der ersten Sekunde an gab die Band Vollgas – OVERKILL, so wie man sie kennt und liebt! Bobby „Blitz“ Ellsworth war bei bester Laune und hob die gesungenen Worte auf besonderer Art durch passende Gesten. Für die passende musikalische Untermalung zum Gesang sorgten seine Wegbegleiter. Langjähriger Partner in Crime D. D. Verni legte mächtig groovende Bass-Teppiche aus, das Gitarren-Duo Derek Tailer und Dave Links jagten ein Rasiermesser-Riff nach dem anderen durch die P.A., und Ron Lipnicki holzte, was die Sticks hergaben. Dia Atmosphäre war auch aufgrund der ziemlich vollen Hütte ziemlich schweißtreibend und mitreißend. Bobby zeigte sich megafit, nütze jedoch immer wieder mal ein musikalisches Solo um neben der Bühne Wasser zu trinken. Durch und durch Showman sprang er aber auch jedes mal wie ein junger Athlet zurück zum Bühnenrand, schnappte sich das Mikro und sang pünktlich zu seinem Einsatz weiter! Das Spieltempo riss die Leute redlich mit, überall sah man nur noch Haare wild herum fliegen und es bildeten sich verschiedene Moshpits: Good Friendly Violent Fun eben! Das bei 15 Platten die Songauswahl nicht die komplette OVERKILL-History durchwühlte war klar, trotzdem gab es einen guten Mix aus alte und neuer Songs. 4 Stücke vom aktuellem Album „Ironbound“ fanden den Weg in der Setlist und auch diese wurden von der Meute genauso wie die Überhits „Hammerhead“, „Hello From The Gutter“, „Deny The Cross“, „Elimination“ oder der abschließende „Fuck You“ ohne Ende abgefeiert, als gehören sie schon seit einer Dekade zum Ohrwurm-Pool. Insbesondere der Knaller „Bring Me The Night“ entpuppte sich als baldiger Live-Klassiker! Bedauerlich war nur das Fehlen von „In Union We Stand“, ansonsten war es ein sehr enthusiastischer und gelungener Abend.

Setlist OVERKILL:

The Green And Black
Rotten To The Core
Wrecking Crew
Infectious
Bring Me The Night
Bastard Nation
Hammerhead
Ironbound
Blood Money
Endless War
Hello from the Gutter
Give a Little
Necroshine
Old School
Deny The Cross
Elimination
Fuck You

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