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Das Feuertanz Festival auf Burg Abenberg lockt jedes Jahr immer Tausende von Mittelalter- und Folkrockfans an. Auch in diesem Jahr waren die beiden Festtage vom 17. – 18. Juni mit 4000 Besuchern schon seit langem restlos ausverkauft. Obwohl es das Wetter an den beiden Tagen nicht gut mit den Besuchern meinte, litt die Stimmung kaum darunter, was sicherlich auch mit an der Bandauswahl lag. Thomas, der Sänger der Münchner Mittelalter Folkband Schandmaul, die gerade mit ihrer neuen CD „Traumtänzer“ große Erfolge feiern und den Samstagabend headlinten, gab uns im Vorfeld ihres Konzertes noch ein Interview:

Schandmaul - Promo
http://www.myspace.com/schandmaulmusic

neuneins: Nach langer Pause sind „Schandmaul“ wieder da. War dieses lange pausieren sehr wichtig für euere Entwicklung bzw. wart ihr in der Zwischenzeit trotzdem aktiv?
Thomas: Es war sehr wichtig für uns nach der Tour mal wieder die Akkus aufladen. Zudem haben wir die konzertfreie Zeit genutzt, um am neuen Album zu arbeiten. Die Mädels haben weiter ihre Soloprojekte vorangetrieben und es wurde viel Zeit in das neue Album gesteckt.

neuneins: Wie seid ihr mit eurem aktuellen Werk zufrieden?

Thomas: Es wäre schlimm, wenn wir es nicht wären. Es machte natürlich Spaß am Album zu arbeiten und es wird immer wieder Punkte geben wo man sagen kann da könnte man noch was verbessern, aber irgendwann muss man mal einen Schlusspunkt setzen.
neuneins: Die Presse meint ja, es wäre euer rockigstes Werk…
Thomas: Die eine Hälfte behauptet das so, die andere Hälfte meint es sei ein softes Werk.
neuneins: Ihr seit mit eine der erfolgreichste deutschen Mittelalter/Folkband. Was ist das Geheimnis eures Erfolges?
Thomas: Wir machen alles frei Schnauze und aus dem Bauch heraus. Wir haben keine grobe Planung und verfolgen auch kein bestimmtes Konzept und lassen es so, wie uns der Schnabel gewachsen, heraus. Das hat uns immer gut gefallen, auch weil jeder von uns seinen eigenen Stil hat und den auch einbringen darf und somit wird es immer ein recht bunter Eintopf.
neuneins. Ihr organisiert ja auch jedes Jahr ein Fantreffen mit einem Benefizfußballspiel. Wie seit ihr auf diese Idee gekommen und hat sich das Ganze bewährt?
Thomas; Die Fantreffen haben sich recht gut bewährt. So was machen wir immer wieder mal in verschiedenen Orten in Deutschland verteilt. Diesmal hat sich das mit dem Fußballspiel ergeben. Auf die Idee kam Stefan unser Schlagzeuger. Letztes Jahr gab es etwas Ähnliches mit einem Reggaekünstler, der befreundete Bands gefragt hat, ob man ihn für eine Trinkwas-serorganisation in Afrika unterstützt. Das hat Steffen so gefallen, dass er das um unser Fan-treffen herum auch organisiert hat.
neuneins: Wenn man wie ihr schon seit 10 Jahren dabei ist, hat man sicher viele Höhen und Tiefen im Showbusiness erlebt. Gab es einige prägnante Erlebnisse die einem in Erinnerung geblieben sind?
Thomas: Dutzende. Es würde, glaube ich, das Interview sprengen diese aufzuzählen. Aber z.B. das erste Metalfestival wird nie aus dem Gedächtnis verschwinden, weil man ja Folkrock macht und nicht genau weiß wie die Metaller reagieren wenn man da mit seiner „Kasperles-musik“ kommt. Das erste Wacken, das erste M´ era Luna – eben die Sachen die man zum ersten Mal macht wird man nie vergessen. Auch das Zirkus Krone – Konzert wird immer etwas besonderes sein, wo wir mit Orchester gespielt haben. Im Großen und Ganzen war bisher alles fein.
neuneins: Ihr habt ja schon Akkustikkonzerte, Konzerte mit einem Jugendstreichorchester bzw. einem Streichorchester abgehalten. Wie gestaltet sich denn da die Zusammenarbeit? Ist es viel aufwändiger als auf einer „klassischen“ Tour?
Thomas: Es ist natürlich viel aufwändiger und kostenintensiver. Wir müssen das Ganze ja auch organisieren und mit dem Orchester proben. Und natürlich spielt auch das organisieren mit so vielen Leuten on Tour eine große Rolle. Aber wenn man es dann geschafft hat, ist man natürlich sehr stolz darauf. Es ist auch etwas sehr besonderes, was einem dann in Erinnerung bleiben wird.

neuneins: Die Chart-/Musikplatzierungen geben eurem Erfolg auch recht. Ist es ein gutes Gefühl, dass man auch in der breiten Masse gut ankommt?

Thomas: Es zeigt ja, dass man es nicht komplett falsch macht. Wir machen keine Musik um uns auf irgendjemanden speziell zu beschränken. Wir machen unsere Musik und je mehr Leute unsere Musik mögen, desto schöner für uns natürlich. Es darf sie also jeder hören der das will. Jeder der Spaß dabei hat ist bei uns herzlich willkommen.
neuneins: Gibt es irgendwelche Lieblingslieder nach 10 Jahren Schandmaul?
Thomas: Man muss unterscheiden zwischen anhören und live darbieten. Auf der Bühne macht es mehr Spaß „Abgehnummern“ zu spielen. Wenn, und das kommt selten vor, ich mir die Platten mal selber anhöre, steht ich mehr auf die ruhigeren Sachen. Konkret an einer Nummer kann ich das aber nicht fest machen.
neuneins: Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit mit Wolfgang Holbein?
Thomas: Das kam einfach mit unserem Nebenprojekt „Weto“, wo wir schon vor einigen Jahren Bücher aus Jux und Tollerei vertont haben. Dann haben wir die CD ihm zugeschickt und er hat sich das angehört und meinte nicht schlecht. Dann bemerkte er das „Weto“ und „Schandmaul“, ja die Gleichen sind und dass sein Regal voll mit Schandmaul CDs ist und unsere Bücherregale voll mit Holbeinbüchern stehen. Dann wollte er was mit uns machen. Ein Jahr bevor das Buch „Infinity – Der Turm“ herauskam hat er es uns ausgedruckt und meinte: „Da lest das mal durch und macht mal“. Und wir haben gemacht!
neuneins: Wird er dann auch live bei euren Konzerten mit dabei sein?
Thomas: Er war, als wir in München gespielt haben, da, kam auf die Bühne und hat besagtes Lied angekündigt. Das war eine schöne Ehre, aber es ist nicht so, dass er uns hinterher reist. Er hat ja selber genug zu tun.
neuneins: Was gefällt euch denn besser, eine Tournee oder ein Festivalauftritt
Thomas: Da wirst du wahrscheinlich von allen 6 Leuten 6 verschiedene Antworten bekom-men. Ich persönlich mag lieber Tourneen als Festivals, weil die Leute wegen dir als Künstler kommen. Es ist deine Halle, deine Bühne und beim Festival heißt es immer schnell aufbauen, abbauen und kein Soundcheck. Ich mag Tourneen lieber aber es gibt Kollegen, die etwas anderes sagen würden.

Die Traumtänzertournee Teil I

29.07.11 – Hanau Amphitheater Hanau
30.07.11 – Mosbach mit unseren Freunden von In Extremo 74821 Mosbach
05.08.11 – Schloßhof Fulda
06.08.11 – Passau Open Air
12.08.11 – Taubertal Festival 91541 Rothenburg ob der Tauber
13.08.11 – Eschwege Open Flair
14.08.11 – Hamburger Kultursommer mit unseren Freunden von In Extremo Hamburg
26.08.11 – Unheilig – Heimreise Open Air 66679 Losheim

Die Traumtänzertournee Teil II

12.01.2012 – Pratteln CH – Z7
13.01.2012 – Karlsruhe – Festhalle
14.01.2012 – Tuttlingen – Stadthalle
15.01.2012 – Mainz – Phönixhalle
20.01.2012 – Leipzig – Haus Auensee
21.01.2012 – Wilhelmshaven – Stadthalle
22.01.2012 – Kiel – Halle 400
25.01.2012 – Magdeburg – Theater
26.01.2012 – Hannover – Capitol
27.01.2012 – Rostock – Mau Club
28.01.2012 – Bochum – Ruhrcongresscentrum
29.01.2012 – Nürnberg – Löwensaal
16.02.2012 – Aschaffenburg – Stadthalle
17.02.2012 – Hamburg – Docks
18.02.2012 – Erfurt – Stadtgarten
21.02.2012 – Kempten – Big Box
22.02.2012 – Siegen – Siegerlandhalle
23.02.2012 – Siegburg – Rhein Sieg Halle
24.02.2012 – Münster -Jovel
25.02.2012 – Solothurn CH – Kofmehl

Weitere Informationen zu Schandmaul