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WÜRZBURG. Im September 2012 begeisterten sie ihr Publikum schon einmal an dieser Stelle, nachdem sie im Jahr zuvor bereits in der Posthalle von sich Hören gemacht hatten – jetzt kommt das akustische Duo Simon & Jan wieder nach Würzburg. Am Donnerstag, 3. Oktober, kommen sie ins Jugendkulturhaus Cairo. Einlass ist um 20.30 Uhr, los geht’s um 21 Uhr.
Zwei junge Männer mit Gitarren betreten die Bühne, und bereits mit der lakonischen Begrüßung des Publikums wird klar: Anbiedern ist nicht ihre Sache; dafür aber das Gitarrenspiel. Simon & Jan spielen nicht nur technisch perfekt aufeinander abgestimmt, auch ihre Stimmen gehen in den feinen Arrangements eine mustergültige Symbiose ein. Doch gerade wenn man sich dieser Harmonie hingeben will, wird man von den bisweilen bitterbösen und oftmals hinterhältigen Texten aus der Entspannung gerissen: Die beiden haben wirklich was zu sagen, die wollen nicht nur unterhalten. Da geht es um den Konflikt zwischen Generationen, um glückliches Scheitern in der Leistungsgesellschaft oder um die Gartenparty, die zu vorgerückter Stunde in einer politisch aufgeladenen Groteske endet. Mit sanften Stimmen werden Politiker beleidigt und esoterisch Sinnsuchende verspottet. Mit düsteren Klängen wird die Apokalypse beschrieen und wenn dann Genitalien auf Wanderschaft gehen und der täglich schallende Werbewahnsinn verdichtet vorgeführt wird, zeigen sich Simon & Jan im besten Sinne albern und verspielt.
Was hier auf der Bühne passiert, klingt wie eine paradoxe Mischung aus Simon & Garfunkel und Joint Venture, Kings of Convenience und Rainald Grebe, bei der sich alle gut ergänzen und am Ende doch jeder macht, was er will. Um ihre Botschaft zu verstehen, muss man sie nicht von links oder rechts betrachten, alt oder jung sein. Ihre zynischen Balladen sind eine Gefühlsangelegenheit, sie demoralisieren ohne zu moralisieren. Und das ist ihre hohe Kunst.
INFO: Tickets gibt es im H2O, unter www.inconcerts.de und allen bekannten Vorverkaufsstellen